Leben im Wald

Alltägliches


Aussteigen - Leben am Rande der Zivilisation ist eine Frage der inneren Einstellung. Das Einfache; das Ursprüngliche; das Praktische; das Beständige zu schätzen; Mit sich selbst etwas anfangen können. Zwei Aspekte die auch zueinander führen.


Survival nicht als "kindischer Kick" nach dem man sich mit der Illusion von Selbstwirksamkeit wieder in die gewohnten Annehmlichkeiten der Zivilisation zurückzieht.
Krisenvorsorge nicht als "paranoider Eskapismus" in eine Gedankenwelt in der das Überwinden konstruierter Probleme mittels als geeignet definierter Lösungen zu Erfolgserlebnissen stilisiert wird.
Und auch nicht das spirituelle Pendant zu materieller Krisenvorsorge - der Glaube an "unsichtbare Freunde" und selbst ersponnene oder einem Fundus entnommene Lehren.

Aussteigen ist bodenständig. Bodenständiger als in vollständiger Abhängigkeit von der Zivilisation zu leben. Gewiss befindet sich die Zivilisation in greifbarer Nähe; Und es gibt keine scharfe Grenze. Es kommt darauf an daß jeder "Grenzübertritt" noch bewußt als solcher wahrgenommen wird.


Aussteigen und das damit verbundene Zurück zur Natur ist nicht auf die materiell-praktische Dimension begrenzt. Zurück zur Natur bedeutet sogar ganz besonders auch das Menschlich-Natürliche wiederzuentdecken und wiederzuerwecken.
Das, was die Zivilisation mit ihren Gesellschaften und deren Ordnungen unterdrückt.
In ihrem eigenen Interesse unterdrücken "muß", weil die Menschen sonst ihre Freiheit wiedererlangen würden.

Die Freiheit, die sich der Aussteiger nimmt. Die Freiheit die - würden das Alle tun - Teile der gesellschaftlichen Ordnung und vor allem viele ihrer Institutionen überflüssig machen würde.

Der Freie streift seine Fesseln ab - so wie der von einem Beinbruch Genesene nicht weiter an Krücken geht.
Krücken - das sind alle Institutionen deren Vertreter buchstäblich (und gut) davon leben daß diese Institutionen als alternativlos (Der Begriff "Systemrelevanz" bringt es demaskierend auf den Punkt) gelten.