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Auf den ersten Blick beeindruckte uns der bewahrte ursprüngliche Charakter des Hauses. Ein seltener Glückfall daß vor allem die Zeit "moderner", "pflegeleichter" und "haltbarer" Verbundstoffe und Oberflächenbehandlungen nicht ihre zersetzenden Spuren hinterlassen hat. Die letzte bauliche Veränderung - der dritte Giebel, der Balkon über dem Eingang und der Kalkverputz - dürfte in das erste oder zweite Jahrzehnt des 20.Jhd. fallen.
Ein authentisch erhaltenes klassisches schwedisches Kreuzhaus mit seinem zentral gelegenen Schornstein. Wer das Haus von Süden betritt findet angrenzend an den kleinen Flur zur linken Hand die geräumige Küche. An diese schließt gen Nordwesten die sogenannte Küchenkammer an. Über die Küchenkammer oder auch direkt vom Flur gelangt man in den Saal - der "guten Stube" des Hauses. Vom Flur aus führt die handgezimmerte Treppe, unter der eine kleine Vorratskammer Platz gefunden hat, hinauf in das Dachgeschoß, wo zwei weitere Kammern eingerichtet sind. |   |
  | Flur
(Linke Abb.) Selten gewordenes Detail: Die tapezierte Türe vor der Treppe zum Dachgeschoß ist zumeist der unsäglichen Mode "offener Planlösungen" zum Opfer gefallen. Dabei kann diese Türe in der kalten Jahreszeit einen nicht zu Unterschätzenden Beitrag zum Energiesparen leisten.
Ein Glücksfall der hier noch zu sehende Kork-Lenoleum-Fußboden. Das diffusionsoffene Material konnte im Gegensatz zu späteren Kunststoffbelägen den darunterliegenden Bodendielen nicht schaden.
(Rechte Abb.) Beachtenswert auch die Tapeten aus der Zeit um 1910. |   |
  | Küche
Die relativ große Küche wird von der Herdstelle mit Backofen dominiert. Auch in diesem Raum fallen die zeittypisch minimalistischen Elektroinstallationen angenehm nicht ins Auge. Lediglich an der Decke war es einer Neonleuchte gelungen ihren Vorgänger mit ihrem bläulichen Licht zu verdrängen. Die historischen Elektroinstallationen möchten wir jedoch bewahren, was auch durchaus im Einklang mit den Bauvorschriften möglich ist. Wir werden lediglich die Wandkontakte gegen moderne Nachbauten mit Kindersicherung austauschen (erhältlich in Deutschland über Manufactum oder in Schweden über "Byggnadsvårdsbutiker").
In 2011 hatten wir lediglich von einem Elektroinstallateur einen modernen abgesicherten Bauverteiler zwischen die Hauptsicherung und die hausseitigen Installationen setzen lassen. Dieser erlaubt es uns beim Anschluß modernerer und stäkerer Geräte (insbes. mit Blick auf die Restaurierungsarbeiten) das dafür nicht ausgelegte historische Hausnetz zu umgehen.
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  | Salon
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  | Dachkammern
Die beiden Dachkammern wurden (den nicht eingestzten Winterfenstern nach zu urteilen) wohl zuletzt nicht oder lediglich im Sommer genutzt. Sie befinden sich im vergleichsweise besten historischen Originalzustand. Hier fehlen eigentlich nur die Möbel. Die Beschaffung von historisch passenden Möbeln ist in Schweden sogar preiswerter als der Kauf bei IKEA. Insbesondere auf Hofauktionen (Gårdsauktioner) findet sich meist ein sehr umfangreiches Angebot.
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  | Ruine der Schaftfabrik
Das Bild zeigt die mittlerweile abgerissenen Reste einer ehemaligen Werkstatt. Bereits ein Blick in die Ruine machte deutlich daß wir es hier nicht mit den Überresten eines üblichen Tischlerschuppen oder einer Hofschmiede zu tun hatten. Hier gab es z.B. ein avensiertes Transmissionssystem, ein Abzugsgebläse sowie einen sehr leistungsfähigen Stromanschluß.
Die Werkstatt soll zu einem späteren Zeitpunkt nach dem historischen Vorbild als Tischlerschuppen wiedererstehen.
» Geschichte einer Ruine
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  | Lekstuga
Nach genauem Maßnehmen und Dokumentation für die spätere Rekonstruktion wurden auch die Überreste der Lekstuga 2011 abgerissen.
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Das Grundstück ist mit 1,3 ha großzügig bemessen und beeindruckt an seinen Grenzen durch impostante Lesesteinmauern. Wer wollte - oder könnte - dergleichen Handarbeit heute bezahlen? Zu den angrenzenden Grundstücken ist die Liegenschaft durch Wald abgeschirmt. Der Rest besteht aus Wiese und einem verwilderten Ziergarten, von dem die Reste der einstigen Kulturpflanzen freundlich grüßen. Gen Süden am Sonnenhang war noch die Lekstuga - das Spielhaus für die Kinder - in Resten erhalten. Diese wurde jedoch 2011 abgetragen und soll 2012 als Rekonstruktion wiedererstehen.
Das Haus war "Liebe auf den ersten Blick" - vor allem wegen seiner einmaligen Lage - aber auch wegen seiner günstigen Lage zu unserem übrigen Besitz. Letztere erlaubt uns auch ein behutsames Herangehen an die erforderlichen Arbeiten ohne Zeitdruck. Was das Wohngebäude anbelangt ist an eine bauhistorisch korrekte Instandsetzung gedacht. Die modernen "Bequemlichkeiten" sollen später einmal im Stallgebäude ihren Platz und Anschluß an die öffentliche Ver- und Entsorgung finden. Damit würde auch das in seinem Originalzustand belassene Haus modernen Ganzjahres-Anforderungen an den Wohnkomfort genügen.
Die Nebengebäude bestanden aus einem Erdkeller, einer Scheune die später um einen kleinen Stallteil verlängert wurde und einer kleinen Werkstatt.
Der erste Arbeitseinsatz 2011 galt den den verwilderten » Gartenpflanzen
2012
2011
» Geschichte einer Ruine (20:e November 2011)
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