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Mißbrauch ein Problem von Bessermenschen Die Mißbrauchdebatte geht den Weg den viele eigentlich überfällige Debatten gehen: Den in die aktionistische Verunsachlichung. Gewiß mag auch der Zölibat im Zusammenhang mit dem Begriff Übersprungshandlung etwas mit sexuellem Mißbrauch zu tun haben. Aber das eigentliche Problem liegt nicht nur an einer anderen Stelle - sondern auch an einer Stelle die keineswegs nur die Katholische Kirche oder die Religionsgemeinschaften betrifft. Gerade mit Blick auf den Mißbrauch im Sozialismus, Nationalsozialismus bis hin zur Reformpädagogik ergibt sich unter Einbeziehung des Mißbrauchs in Religionsgemeinschaften ein Bild das vor allem die Überzeugung "besser zu sein als Andere" als mögliche Ursache für die Häufung von Grenzüberschreitungen in den Fokus rückt. Die Inanspruchnahme des "Bessermenschentums" wirkt mit Blick auf das Thema Mißbrauch zudem doppelt. Der Täter lebt in dem wohligen Gefühl in seiner Eigentschaft als "Inkarnation des Guten" gewissermaßen zu wirklich Bösen gar nicht fähig zu sein - während das Opfer geneigt ist das eigene Unbehagen im Zusammenhang mit erfahrener Gewalt als unberechtigt zu empfinden. Für den letztgenannten Aspekt spricht in der aktuellen Debatte nicht nur der Umstand daß sich viele Opfer erst nach Jahrzehnten outen, sondern auch daß Teile der Gesellschaft noch heute der Überzeugung anhängen daß z.B. körperliche Strafen richtig sind oder zumindest waren. Die Wurzel allen Übels liegt somit in der Arroganz von Menschen und Institutionen welche für sich selbst in Anspruch nehmen "gut" oder gar "besser" zu sein. Denn dahinter verbirgt sich nichts weiter als jene Selbstgerechtigkeit die letztendlich die Grundlage für jede Form von Unrecht bis hin zum (roten oder braunen) Faschismus liefert. Eine bessere Welt ist folglich nicht eine Gesellschaft mit heren moralischen Ansprüchen, sondern eine sich und Andere an Fakten messende freie Geselleschaft. ![]() |
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