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Neues von Pontus (Söndag, 20:e Maj 2007)

Der Schreck und die Anstrengung der Geburt ist inzwischen überstanden. Auch Mammas Brust schickt sich langsam an richtige Milch in wachsender Quantität zu produzieren. Das "Andocken" und anstrengende Saugen wird auch endlich mit einem richtigen Erfolgserlebnis belohnt.
Auch die blauen Äuglein beginnen nach dem ausgiebigen Morgenschläfchen in Mammas oder Pappas Gewahr am Nachmittag mehr erstaunt als im eigentlichen Sinne neugierig ihre nächste Umgebung zu betrachten.
Langsam entwickelt sich Urvertrauen. Der Windelwechsel wird schon als Routine und nicht mehr als eine Bedrohung der man hilflos ausgesetzt ist verstanden. Die Phasen in denen sich das kleine Gesichtlein errötend zusammenzieht und dem zitternden Mündchen herzzerreissender Klagegesang entströumt kommen seltener und werden kürzer.

Pontus weis was er will und braucht. Alles Andere spielt für ihn keine Rolle. Er will schlafen und trinken - trinken und schlafen. Und in diesen beiden Disziplinen zählt für ihn nur der Erfolg - nicht die Kür. Geschlafen wird in allen Stellungen und unter allen Bedingungen. Beim Trinken zählt die Sättigung - ganz gleich wie sie erreicht wird.
Pontus merkt sofort wenn die Glucoselösung aus der Spritze leichter zu haben ist als ein paar mühsame Tropfen Vormilch. Zielorientiert experimentiert und "trickst" er um mit möglichst wenig Aufand an sein Ziel zu kommen. Es kostet viel wache Beobachtung und voraussehendes Denken um sein Handeln entsprechend unserer erwachsenen Wünsche so zu lenken dass die gewünschte Motivation und der gewünschte Erfolg erhalten bleibt.
Hier ist ein intelligentes Wesen das weis was es will. Ein hochintelligentes Wesen eingeschränkt nur durch einen hilflosen Körper.

Nein kranke, verwirrte Alte sind nicht wie Babys auch wenn sie ebenso hilflos erscheinen mögen. Der Alte hat meist das Kontrollorgan zum Betrieb eines leidlich funktionsfähigen Körpers verloren - während der Säugling lediglich noch nicht die Kontrolle über seinen Körper gewonnen hat. Mensch sein, das ist nicht Körper sein - Mensch sein das ist Geist sein.
Welch ein unsäglicher Dilettant muss das lateinische mens sana in corpore sano mit "Ein Gesunder Geist in einem gesunden Körper" übersetzt haben. Der Antike Verfasser hat mit "Ein Gesunder Geist möge/soll in einem gesunden Körper wohnen" gezeigt dass er verstanden hatte. Mensch sein, das ist Geist sein - der zugehörende funktionsfähige Körper ist nur das wünschens- oder erstrebenswerte Werkzeug dieses Geistes.