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Es gibt keinen Sachsenstab mehr (Montag, 14. Mai 2007)

Eines der ältesten Profilmuster bei Nut- und Federbrettern ist in Deutschland offensichtlich ausgestorben: Der Sachsenstab.
Zuletzt wurde er noch im Sächsischen bei Mittweida hergestellt; wahrscheinlich mit Maschinen welche ein alter fürsorglicher Meister aus der Vorkriegszeit durch die gesamte DDR hindurchgerettet hatte.
Nach 17 Jahren Marktwirtschaft in Mitteldeutschland hat nun auch hier König Kunde das Nachsehen. Wahrscheinlich hat irgendein pfiffiger BWL-ler entschieden dass sich die Produktion dieses schönen, aber wahrscheinlich selten nachgefragten Profils nicht mehr lohnt. Wahrscheinlich setzt die Firma nun ganz auf jene "Baumarkt-08/15-Profile" die schon heute aus Billiglohnländern auf unseren Markt drängen.
Man muss weder Betriebswirtschaft studiert haben noch ein Prophet sein um schon heute sagen zu können wie dies für die Firma enden wird. Früher oder später wird ein Banker das Schild der Firma umdrehen und dies mit den hohen Lohnstückkosten in Deutschland achselzuckend erklären.
Ja am Ende waren es immer die hohen Löhne - aber keinesfalls Entscheidungen irgendwelcher kurzsichtiger Betriebswirtschaftler. Wenn man bedenkt dass die detailverliebteren Stile des ausgehenden 1800derter und beginnenden 1900derter Jahre wieder "in" werden, kann man sich eigentlich nur an den Kopf fassen wenn ausgerechnet jetzt eine Firma auf den abgedroschenen 1970iger-Jahre-Chiq setzt.

Szenenwechsel: Schweden
Der Sachsenstab ist auch in Schweden ein traditionelles Profil das inzwischen wieder und sogar im Hochlohnland Schweden hergestellt wird. Dort heißt es Perlspont. Natürlich kostet Perlspont/Sachsenstab etwas mehr als besagte 08/15 Massenware - aber diesen höhren Preis zahlen interessierte Kunden gerne - und für die Produzenten kompensiert der höhere Stückpreis auch die höheren Unkosten kleinerer Stückzahlen.
So funktioniert Marktwirtschaft - in Schweden - aber offensichtlich nicht in den neuen fünf Ländern Deutschlands.

Für uns ist die Sache klar. Wir werden unseren Sachsenstab alias Perlspont einfach in Schweden kaufen. Dem BWL-ler in Neufünfland sei hiermit ausgerichtet: Statt Sachsenstab verkauft er jetzt halt nichts mehr an unsere Adresse.

Falls das hier Jemand lesen sollte der noch Sachsenstab in A-Sortierung anbieten kann/will - kontaktieren Sie uns - dann kommen wir gerne ins Geschäft.

Sachsenstab



      Nachtrag: (28.06.2007)
      Zwischenzeitig hat Herr Nistler uns für den akuten Bedarf mit einer kleinen Trickserei geholfen. Jedes einezlne Sachsenstab-Brett für usnere Treppe besteht aus zwei separaten verleimten Profilen.

      Mittlerweile wurde ein Produzent in Bayern gefunden, der gerne dazu bereit ist die notwendigen Messer eigens für uns anzuschaffen um uns zu bedienen.
      Ein weiteres Bespielt für den Grund weshalb die Landschaften im Gegensatz zum Osten in Bayern blühen.