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Tankstelle Schardenberg - Beschäftigungstherapie für Kunden. (Montag, 30. April 2007) Bei der Tankstelle in Schardenberg zeigt sich dass Beschäftigungstherapie die gefühlte Wartezeit verkürzt: An jeder Zapfsäule hängt ein Zettel mit der Bitte das Fahrzeug unmittelbar nach dem Betanken vorzufahren um dem nachfolgenden Kunden Platz zu machen, bevor man in den Shop bezahlen geht. Auf den ersten Blick erscheint diese Bitte einleuchtend - bei genauem Nachdenken ist sie jedoch trotzdem vollkommen kontraproduktiv. Der einzelne Kunde spart nämlich keine Zeit - der Tankstellenbesuch verlängert sich sogar! Also der Reihe nach: Zuerst ist festzuhalten dass der nachfolgende Kunde erst dann mit dem Tanken beginnen kann, wenn der erste Kunde bezahlt hat und die Zapfsäule wieder freigeschalten ist. Der erste Kunde steigt jedoch vor dem Bezahlen erst in sein Fahrzeug ein - setzt ein Stück vor - steigt wider aus und geht dann in den Shop bezahlen. Logischer Zeitverlust für Kunde 1: Einsteigen - Anlassen - Aussteigen (an Statt nur in den Shop zu gehen und bezahlen). Diesem Zeitverlust für Kunde 1 steht gegenüber ein Zeitgewinn für Kunde 2: Fahrzeug Vorsetzen und Aussteigen. Da jeder Kunde beide Rollen, die von Kunde 1 und die von Kunde 2, durchläuft bleibt unter dem Strich für jeden Kunden also ein Zeitverlust: 1x Einsteigen, Anlassen und Aussteigen. Aber nicht genug mit der blanken Mathematik! Eine Vielzahl vorgesetzter Fahrzeuge führt bei der Enge der Tankstelle auch noch dazu dass viele Kunden nach dem Bezahlen nicht sofort aus der Tankstelle ausfahren können, weil zuvor vorgesetzte Fahrzeuge, deren Lenker gerade im Shop zum Bezahlen sind, die Ausfahrt behindern. Das eigentlich beeindruckende an diesem unsäglichen Unsinn ist jedoch weniger die Frage "Wer hat sich das nur wieder ausgedacht?" als vielmehr die Tatsache dass das Gros der (deutschen) Tankkunden kritiklos bis begeistert mitspielt. |
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