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Infokrieger - Söldner im Netz Die Wahrheit stimmt im Krieg immer zuerst. Dies gilt in jedem Fall so auch für die Infokriege und Infobürgerkriege die immer mehr im Netz toben. Der Vergleich zwischen realer und virtueller Welt ist nicht zuletzt deshalb interessant weil wir im virtuellen Raum auf Erscheinungen stoßen die in der realen Welt weitgehend ausgestorben sind. Der Infokrieger erinnert in vielem an die Kriegsführung vor der Aufklärung. Die Infokrieger treten auf beiden Seiten mit einem Wahrheitsanspruch an der jeoch vor allem in den wesentlichen Punkten auf Glauben fußt. Die Realität wird allenfalls soweit sie sich als Beleg eigenet bruchstückhaft vorgeführt. Die Infokrieger erinnern auch eher an marrodierende Haufen, denn eine geordnete Armee. Die Grenze zwischen barndschatzendem Überzeugungstäter, Räuber und willfärigem Söldner ist so fließend wie die Intention letztendlich schwammig bleibt. Vielleicht waren ja auch die marrodierenden Haufen gegen Ende des 30 jährigen Krieges vor allem "Gewaltmenschen" denen der eigene Vorteil eher wie ein Mitnahmeeffekt erschien. Wie in allen Kriegen geht es auch den Infokriegern nicht um Diskussion sondern Konfrontation. Und an diesem Punkt tritt ein Aspekt ins Blickfeld der einem auch von früheren Kriegen her bekannt vorkommt: Die Reduzierung der Meinungsverschiedenheit auf möglichst wenige aber grundsätzliche Aspekte. Auch dies vergleichbar mit der Auseinandersetzung evangelisch gegen katholisch im 30.jährigen Krieg, wobei natürlich jedem Historiker klar ist daß die Frage der Rechtmäßigkeit von Konfessionen sicher nicht der Grund war weshalb sich weite Teile Europas zerfleischen mußten. Es ging um Macht, also Gewalt. Frappierend ist im Vergleich von modernem Infokrieg und dem 30 jährigen Krieg im Grunde auch nur eine Sache: Beiden Kriegen geht eine Innovation voraus, welche die Verbreitbarkeit von Information grundlegend revolutionierte. So wie der Buchdruck nicht nur die Verbreitung von Wissen vorangebracht hat, sondern auch die Verbreitbarkeit von Propaganda - ist auch das Internet längst nicht nur ein Medium mit dem Fakten geteilt werden können, sondern auch deren bloße Behauptung oder willkürliche Interpretation. Aber dieser Vergleich läßt auch hoffen. Denn so wie der Buchdruck letztendlich nicht nur in den 30 jährigen Krieg geführt hatte - sondern auch in das Zeitalter der Aufklärung, besteht Grund zur Annahme daß die Zeit der Infokrieger längst angezählt ist. Denn der Einzelne will nicht glauben - er will wissen. Er will wissen weil richtige Entscheidungen auf Wissen beruhen und nicht auf dem Glauben etwas zu wissen. Wissen macht erfolgreich - Glauben macht abhängig. |
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