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Bildungsabbau in Bayern (Dienstag, 24. April 2007) Der Norden hat es vorgemacht - jetzt zieht auch Bayern im Bildungsabbau nach. Vorreiter nach Steilvorlage des G8 durch das Kultusministerium: Die Eltern. Einerseits kann man ja verstehen, dass das G8 die Schüler überfordert. Schon das neunjährige Gymnasium war zumindest in Bayern kein Zuckerschlecken. Die Vermittlung des selben Stoffes in einem Jahr weniger bewerkstelligen zu wollen kann nur auf Kosten der Schüler gelingen - wenn es denn überhaupt gelingen kann. Freilich haben, wie es zu erwarten war, auch die Eltern (und Schüler) Gefallen an der Vorstellung gefunden die Schulzeit ein Jahr früher abhaken zu können. Somit ist die aktuelle Forderung nach weniger Stoff und leichteren Abiturprüfungen gewiss logisch. Aber ist diese Forderung auch richtig? Konsequent weitergedacht könnte man doch auch gleich das Abitur an das Ende der ersten Grundschulklasse verlagern. Mit einem entsprechend ausgedünnten Lehrplan und einer angemessen leichten Prüfung wäre dies wohl machbar. Abiturprüfung in den Kernfächern Singen und Malen à la Walldorfschule Hamburg oder Bremen - und bayrische Universitäten bekommen die jüngsten Studenten welche das Bildungswesen seit der Steinzeit erlebt hat. Die Frage ist nun nur wie sich die Universitäten zu diesem Angebot an Studierenden verhalten. Spielen sie im heiteren Bildungskarussell mit und passen ihre Anforderungen dem Angebot an? Wird der frisch examinierte pubertierende Jungakademiker nach 10 Semestern Uni mit Kernkopetenzen wie z.B. Grundrechenarten und Lesen&Schreiben in das Leben entlassen? Oder werden die Universitäten auf das verschlechterte Angebot mit Aufnahmeprüfungen reagieren? Letzeres ist zumindest im internationalen Vergleich zu erwarten - ja bereits Realität. Und die Folgen? Die Last liegt nun wieder ganz auf den Schülern und ihren Eltern. Während sich die Schule mit blendenden Erfolgen ihrer Leistungen (Nahezu 100% Abiturientenquote nach der 1. Klasse Grundschule in Singen und Malen) zurücklehnen kann - werden die Eltern mittels kostenpflichtiger und für die Kinder sehr belastender Vorbereitungskurse versuchen ihren Nachwuchs bis zum Alter von ca. 18 Jahren wirklich fit für die Aufnahmeprüfung an einer rennomierten Universität zu machen. Die Realität ist nämlich hart - und gibt wenig auf ein Abitur nach einem Schuljahr in Singen und Malen - wie auch auf ein G8 mit weichgespültem Inhalt und Anforderungen. Das Weichspülen der Lehrpläne und Prüfungen bringt nur eine Verlagerung - hier eine Verlagerung die sich nach dem Geldbeutel der Eltern richtet. Das G8 und die aktuelle Forderung nach vereinfachten Prüfungen ist somit der Einstieg in ein Bildungswesen das sich am Geldbeutel der Eltern orientiert. Abitur für Alle - aber Studienplätze an anerkannten Universitäten nur für Jene, welche es sich leisten können ihren Kindern auf privatem Wege das im internationalen Vergleich erforderliche Wissen zu vermitteln. Ich schätze diesen Aspekt haben Diejenigen, welche heute klartext nach einem niedrigeren Niveau rufen glatt übersehen. |
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