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Nissan Navara V6

Unser neuster automobiler Zukauf ist der Nissan Navara V6. Mit diesem Fahrzeug haben wir uns erstmals in Richtung Vollausstattung bewegt. Dieses Fahrzeug hat eigentlich Alles was man sich in einem Auto vorstellen kann und macht auch deshalb schon richtig Laune. Alleine auf den etwas klobigen Dachträger und die eigentlich unnötigen Trittbretter hätte ich gerne verzichtet - wenn dies im Zusammenhang mit der Motorisierung möglich gewesen wäre. Die Trittbretter dürften den Böschungswinkel und damit die Geländegängigkeit herabsetzen und der Dachträger macht das Fahrzeug nicht nur unnötig hoch und dürfte auf lange Sicht so manchen Liter Diesel kosten - er relativiert durch das ihm einghergehenden Windgeräusch auch teilweise den Nutzen des ebenfalls vorhandenen Glasschiebedachs welches man jenseits von Tempo 60 wohl nicht nutzen wollen wird.
Vollauf begeistert indes der V6-Motor mit seinen 170 kw in Zusammenarbeit mit dem Automatikgetriebe. Diese lassen die rund 2 Tonnen Leergewicht vergessen und vor allem die Automatik überzeugt durch passende und butterweiche Schaltvorgänge ohne unnötiges Hochdrehen des Aggregats. Der Motor äußert sich vom Kaltstart weg lediglich durch sanftes Gurgeln.
Besonders gut gefällt mir auch der Tempomat mit dessen Hilfe sich die Fahrgeschwindigkeit auch bequem über das Lenkrad regeln läßt. Lediglich der ebenfalls vorhandene Tempobegrenzer kann mich unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit nicht überzeugen. Gewiss ist es verlockend innerorts die Geschwindigkeit zu deckeln - allerdings beraubt man sich mit diesem Gerät auch der Möglichkeit eine gefährliche Situation durch Beschleunigen zu entschärfen.

Die Möglichkeiten des Bordcomputers habe ich bislang noch nicht umfassend ergründen können. Fest steht nur dass dieses Auto seinem Fahrer durchaus gekonnt viel Arbeit abnimmt. Das beginnt bei sich auf Wunsch selbst regelnden Scheibenwischern und Licht und endet keineswegs bei der wirklich hilfreichen Rückfahrkamera. Letztere ist nicht nur eine wertvolle Hilfe beim Einparken - sie macht es zudem kinderleicht einen Anhänger an den Haken zu nehmen. Vorbei die Zeit in der ohne fremde Hilfe das Heranfahren an den Hänger zu mehrfachen Ein- und Aussteigen nötigt bis sich der Nachläufer schließlich mit viel Kraft endlich auf den Kugelkopf zwingen lässt.

Innen empfinde ich lediglich die etwas wuchtig geratene A-Säule als gewöhnungsbedürftig, wobei diese aber auch schnell ein fast intimes Wohnzimmergefühl aufkommen lässt. Auch wenn festzuhalten ist dass das Ambiente der Lederausstattung stellenweise etwas mit schnödem Plastik kollidiert. Wobei jedoch zu sagen ist dass die Kunststoffe dennoch einen sehr ordentlichen Eindruck machen.
Der Sitzkomfort übertrifft vorne wie hinten unsere bisherigen Erfahrungen mit anderen Pickups. Sehr angenehm auch die Klimaautomatik welche schnell für ein gleichbleibendes Raumklima sorgt. Komfortabel ist auch dass sich die wesentlichen Einstellungen der Luftverteilung per Knopfdruck vornehmen lassen. Hier sticht vor allem der Defroster-Knopf hervor welcher zum Klären der Frontscheibe automatisch die Klimaanlage zuschaltet.

Besondere Erwähnung verdient auch das Hard-Top der Fa. Road-Ranger. Dieses ist sehr ordentlich verarbeitet und überzeugt sogar durch die Integration in die Zentralverriegelung des Fahrzeugs. Hier fehlt nicht einmal die schaltbare Innenbeleuchtung. Die Ladefläche kommt mit ihrer Länge von knapp 1,6 m unseren Wünschen enorm entgegen. Auch wenn Erwachsene hier bei geschlossener Heckklappe noch nicht der Länge nach ausgestreckt liegen können - Der Laderaum wird dennoch zu einem geeigneten Übernachtungsplatz für Unterwegs. Positiv wirken sich hier auch die vergleichsweise niedrigen Radkästen aus, welche bei einem folgenden Ausbau für ein Mehr an Kopffreiheit sorgen werden.

Angenehm ist auch dass der Navara V6 mit seinen großen Rädern optisch dennoch einen bescheidenen Eindruck macht. Ein Aspekt den wir durch Wahl einer Dunklen Wagenfarbe noch etwas gesteigert haben. Wie wuchtig das Fahrzeug innerhalb seiner Klasse ist, wird so im Grunde erst deutlich wenn es direkt neben einem anderen Pickup steht.

Die wirklich ärgerlichen Aspekte verdankt der Navara (bzw. sein Navigationsgerät) natürlich wieder irgendwelchen bevormundungssüchtigen Bessermenschen oder Politikern. Z.B. fragt sich der mündige Verkehrsteilnehmer sehr wohl warum ihn sein Navigationsgerät vor jedem Start eine Bestätigung per Knopfdruck abverlangt dass das Bedienen des Gerätes während der Fahrt gefährlich ist. Auch dass das Abspielen von Filmen auf dem Display nur im Stillstand des Fahrzeugs möglich ist - kann ich nur sehr bedingt nachvollziehen. Wer glaubt auf diese Weise Menschen zu vernünftigen Verhalten nötigen zu müssen - der müsste im Straßenverkehr ja konsequenter Weise auch das Tragen von Miniröcken verbieten - denn auch diese könnten schließlich die Blicke und damit die gebotene Aufmerksamkeit von Fahrzeuglenkern in die Irre lenken. Immerhin bietet der freie Markt hier Abhilfe - Es gibt Anbieter welche das System entsprechend umprogrammieren!