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Interessen von Kirche und Linker an Kinderkrippe (Mittwoch, 11. April 2007) Die Kinderkrippendebatte hat die katholische Kirche auf dem falschen Bein ertappt. Beim Kampf um Macht und Einfluß auf die Kleinen und deren Eltern hatte die Kirche bislang sehr einseitig auf den weniger personalintensiven und damit lukrativen Halbtagskindergarten gesetzt. Für eine Betreuung der ganz Kleinen fehlt es überwiegend an geeignetem Personal und den Räumlichkeiten. Die Kritik des augsburger Bischofs Mixer ist daher nur als eine geschickte Hinhaltetaktik zu verstehen, welche das Gesicht der Kirche wahren soll, bis die Investitionen für einen breiten Einstieg in das Geschäft mit den Krippenplätzen vollzogen ist. Dann wird die Kritik der Kirche schnell verstummen. Schließlich bietet die Kinderkrippe dann neben dem finanziellen Gesichtspunkt noch einen recht interessanten Nebenaspekt: Über die Erziehung kann auf mit Blick auf spätere neue Kirchenmitglieder Einfluß auf die Kinder genommen werden. Interessant ist dass auch die politische Linke mit den Kinderkrippendebatte wohl primär die Schaffung eigener Wählerklientel verfolgt. Die Linke möchte schon heute über den Umweg der Finanzen den Eltern faktisch die Wahlfreiheit nehmen ihre Kinder selbst zu erziehen. Eine geringverdienende arbeitende Mutter ist den Linken natürlich lieber als eine Hausfrau die mit Ehegattensplitting und einem entsprechend höherem Kindergeld selbst über die Inhalte der Erziehung ihres Nachwuchses entscheiden kann - und dies nicht von Anfang an alleine irgendwelchen weltanschaulich experimentiefreudigen Pädagog/inn/en überlassen möchte. Zugleich werden mit der verstärkten Umlenkung der Frauen in die Produktion auch die Bedingungen für diese Frauen auf dem Arbeitsmarkt durch steigende Konkurrenz verschlechtert - der nächste Punkt, dan dem die Linke über die Gewerkschaften an der Mitgliederrekrutierung profitieren kann. Alleine der eigentlich richtige Weg - eine konkrete finanzielle Besserstellung der Familien scheint in der öffentlichen Diskussion von allen Seiten klammheimlich ad acta gelegt zu werden. Mündige Eltern die selbst entscheiden welche Erziehungsangebote in welcher Qualität sie von Außen für ihre Kinder wahrnehmen wollen. Eltern die als mündige Kunden entsprechend der Bedürfnisse und Begabungen des Kindes aus einem breiten Angebot kostenbewußt und kritisch auswählen wären geradezu der Todesstoß für einfallslose, profitorientierte Verwahranstalten. Ja an diesem Punkt treffen sich auch plötzlich die Interessen der Kirchen und der politischen Linken. Die Kirchen hätten gerne einen staatlich finanzierten Kleinkindergarten nach dem Minimax-Prinzip - wenig Kosteneinsatz - maximaler Gewinn. Und auch die Linke möchte möglichst alle Kinder zwecks Gleichschaltung in ein gerne qualitativ minderwertiges Erziehungssystem integrieren. Auf der Strecke bleibt in beiden Fällen die Qualität der Betreuung - also die Kinder, ihre Eltern und letztendlich die ganze Gesellschaft. Dann fehlt eigentlich nur noch diese Betreuungsangebote generell mit dem wunderschönen Argument der Gleichschaltung - entschuldigung - Chancengleichheit zur Pflicht zu machen. Eltern wären dann unmündige Versuchskarnickel die zur Reproduktion mal kurz aus der Tretmühle entlassen werden - aber ihre Kinder baldmöglichst zur Gehirnwindelweichwäsche abgeben müssen. |
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