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Zeckenschutzimpfung? Sicherheitshalber Nein! (Samstag, 17. Februar 2007)

Auf einer Exkursion hatte ich im vergangenen Jahr das Glück im Rahmen einer Exkursion einen Experten für Insekten kennen gelernt zu haben, der für die Regierung arbeitet. Wir marschierten an einem warmen Maitag durch eine Wiese am Waldrand. Er in Jesuslatschen und kurzen Hosen - ich und die anderen Teilnehmer in festen Wanderschuhen und langen Hosen. Schließlich herrschte Zeckenalarm!

Auf dem Weg von einer Station zur Nächsten übermannte mich meine Neugierde: "Haben Sie denn keine Angst vor Zecken wegen Borreliose und FSME?" Der Biologe fühlt sich sichtlich ertappt - die Frage war ihm nicht besonders angenehm:

"Ja ich weis - eigentlich sollte ich bei so einer Führung immer mit gutem Beispiel voran gehen und entsprechende Kleidung tragen - aber ich war wie Sie wissen heute überraschend für einen Kollegen eingesprungen."

Wir bleiben trotzdem beim Thema Zecken, schon weil alle paar Minuten bei einem der Exkursionsteilnehmer ein solches Tierchen unter allgemeiner hysterischer Anteilnahme vom Hosenbein entfernt werden mußte. Auch auf den Beinen des Biologen wird hin und wieder ein kleiner, wanderender dunkelbrauner Punkt entdeckt und beiläufig mit dem Fingernagel weggeschnippt.

"Wissen Sie - das mit den Zecken ist halb so wild. Keine Zecke beißt sie in den Fuß, Unterschenkel oder das Bein. Zecken suchen sich einen warmen kuscheligen Platz in einer Hautfalte - vorzugsweise im Genitalbereich. Ich gehe sogar barfuß weil ich Angst davor habe daß eine Zecke unentdeckt im Hosenbein hochkrabbeln könnte. Auf den nackten Beinen sieht man eine Zecke immer rechtzeitig, wenn man ein wenig auf seine Beine achtet. Schaun Sie - und sogar wenn es eine Zecke doch einmal bis Oben schaffen sollte - ist das auch kein Beinbruch. Selbst der Biss eines potenziellen Überträgers führt nicht zwangsläufig zu einer Übertragung und Erkrankung.
Beim normalen Biss impft die Zecke nur sehr wenig Sekret in die Wunde, ein Sekret, welches vor allem dafür sorgt dass die Stelle schmerzunempfindlich wird und das Blut nicht gerinnt. Sogar wenn hierbei Erreger übertragen werden sollten, wären es so wenige, dass das Immunsysthem damit leicht klar kommen sollte.
Wenn Sie eine festgebissene Zecke mit einem Messer abschneiden oder sie schnell herausdrehen oder herausziehen ohne sie zu quetschen, dann ist die Wahrscheinlichkeit mit dem Mageninhalt der Zecke in Kontakt zu kommen extrem gering. Gefährlich wird es dann, wenn Sie an der Zecke herumquetschen oder versuchen sie mit Alkohol, Öl oder ähnlichem zu entfernen."

Ich staune und kann es nicht lassen noch eine Frage zu stellen: Sind Sie geeimpft?

"Nein - Bei der Vorsorgeimpfung erscheinen mir die Risiken und Nebenwirkungen im Verhältnis zum Nutzen zu groß - schauen Sie - Gegen die Borreliose hilft die Impfung ohnedies nicht. Und sollte ich doch einmal von einer Zecke gebissen worden sein achte ich in der nächsten Zeit auf grippeähnliche Symthome. Wenn da etwas kommen sollte würde ich natürlich sofort zu einem Arzt gehen und mich profilaktisch gegen FSME behandeln lassen."

So spricht ein Mann, der praktisch den ganzen Sommer auf der Suche nach Insekten durch Wald und Flur marschiert. Höchstrisikotätigkeit im Hochrisikogebiet.

Gegen Ende der Exkursion frage ich ihn weshalb diese einleuchtenden Gedanken nicht in die öffentliche Diskussion des Themas einfließen - zumal nicht bei Veranstaltungen mit potenziellen Multiplikatoren wie diesen. Gerade für Menschen die sich nur selten im Freien und überdies nur kurze Zeit im Hochrisikogebiet aufhalten, erscheint die Schutzimpfung unter diesen Gesichtspunkten ja nicht nur sinnlos - sondern sogar gefährlich. Wie viele geimpfte Personen wähnen sich in falscher Sicherheit und erhöhen mit ihrer Unaufmerksamkeit sogar die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenbißes und damit das Risiko an Borreliose zu erkranken?

Der Biologe zuckt die Schultern. "Vielleicht die Pharma-Industrie - vielleicht will man aber auch nur die Leute nicht verschrecken. So eine Impfung kostet nicht viel Geld und vermittelt ein Gefühl von 100% Sicherheit. Wir leben hier vom Tourismus! Alles was den Gast verunsichern könnte ist doch letztendlich schlecht für´s Geschäft. Da wir das Problem mit den Zecken nun mal haben ist es halt am Einfachsten eine schnelle und bequeme Lösung anzubieten."


      Webrecherche: (29.04.2007)
      Der moderne Mensch googlet um sich zu informieren und freut sich wenn er augenscheinlich unabhängige und engagierte Informantionen wie hier die Seite www.zecken.at von der dem Namen nach durchaus vertrauenserweckenden ARGE Gesundheitsvorsorge findet:


      Angesichts der Lobhudelei sollte aber jener moderne Mensch auch etwas skeptisch werden. Also mal nicht Google bemühen sondern zur Abwechslung eine ganz simple whois-Abfrage bei nic.at starten: Und siehe da! Hinter der wie eine Verbraucherschutzseite daherkommenden Site www.zecken.at steckt tatsächlich niemand Anderes als der Pharmakonzern Baxter, also die Firma, welche das Impfserum vertreibt!






      Der Standard: (10.05.2008)
      Hier ein interessanter Artikel aus Der Standard zum Thema: (Link:) Wie gefährlich sind Zecken wirklich?
      Nachfolgend der Text (stark verkleinert) - nur falls der Link tot sein sollte:

      Wie gefährlich sind Zecken wirklich?
      Die Zeckenimpfung ist in Österreich ein hervor­ragendes Geschäft für Pharma­firmen, Ärzte und Apotheker - der Kunden­strom ver­siegt dank Dauerkampagen nicht.
      Eine Kamerafahrt über einen Kinderspielplatz, in Bodennähe, unruhig, suchend, wie ein Raubtier auf der Jagd. Dazu bedrohliche Spannungsmusik und eine Stimme aus dem Off, die von einem angefallenen Kind berichtet. Was wie der Vorspann eines Thrillers wirkt, ist ein Werbespot für die Zeckenimpfung.

      Klar, Werbung ist manipulativ

      Aber der Spot weist einen Schönheitsfehler auf: Zecken jagen nicht. Sie sitzen meist am Ende eines Grashalmes und warten monatelang stupide und regungslos, bis irgendwann mal ein Säugetier vorbei geht. Die Dramatik des Werbespots hätten Zecken wohl gerne in ihrem Leben. Klar, Werbung ist immer manipulativ, das ist ihr Job. Im Falle eines Pharmapräparats sollte man das aber nicht mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen. Hinter dem Spot steckt ein Millionengeschäft.

      Big Business

      Angeblich sind in Österreich 88 Prozent der Menschen FSME-geimpft, bei immerhin rund sechzig Prozent soll die letzte Impfung weniger als fünf Jahre her sein. Genauere Zahlen, etwa wie viele Impfungen jährlich durchgeführt werden, sind nicht zu erhalten. Die ARGE Gesundheitsvorsorge, die die Werbespots lanciert und finanziert, sollte ja ein Interesse haben, den Erfolg ihrer aufwendigen Kampagne zu messen.

      Der Kreis schließt sich

      Aber die Arbeitsgemeinschaft verweist auf ihre PR-Agentur Hochegger|COM. Dort verweist man auf die Ärztekammer, dort auf den Linzer Kinderarzt Dr. Wolfgang Sedlak, einen Spezialisten aus dem Impfreferat der Kammer. Der freut sich, dass die hohe Impfquote "ein Erfolg des Marketings ist" und meint, die Zeckenimpfung würde zu diesem Land gehören, "wie Mozartkugeln und Hofreitschule", nennt aber keine genauen Zahlen und verweist auf die Hersteller der Impfmittel, Baxter und Novartis. Baxter soll mit großem Abstand Marktführer sein, aber dort verweist man auf die eigene PR-Agentur: Hochegger|COM. Der Kreis schließt sich.

      Die Nummern sind die gleichen

      Plötzlich fällt auf: Die Telefonnummer der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitsvorsorge ist identisch mit der des Pharmakonzerns Baxter. Die Adresse deckt sich mit jener der PR-Agentur. Und die Domain www.zecken.at wurde von der Baxter registriert.

      Marketing - "unabhängig und sozial"

      Auf Plakaten, Foldern und Hompage der ARGE findet sich kein Hinweis auf etwaige Geldgeber, wohl aber bei der PR-Agentur. Die behauptet in einer Fallstudie Arbeitsgemeinschaft und Kampagne würden "von unabhängigen, sozialen Vereinen aus dem Bereich der Gesundheitsvorsorge getragen". Will man das wissen, gerät die Pressesprecherin in Verlegenheit.

      Zunächst möchte sie ihre eigenen Auftraggeber gar nicht kennen, dann fällt ihr die Selbsthilfegruppe der Zeckenopfer ein. Erst nach und nach auch Ärztekammer und Apothekerkammer. Und schließlich auch Baxter. Da schau her. Ärzte, Apotheker und Pharmaindustrie. Oder: Berater, Vertrieb und Hersteller des österreichischen Impfstoffs FSME Immun.

      Millionenumsatz - wieviel Geld fließt?

      Aber wieviel Geld fließt in dieses System? Wenn die veröffentlichte Durchimpfrate halbwegs stimmt, kommt man vorsichtig geschätzt auf jährlich 2 Millionen Dosen zu EUR 22,50 bzw. EUR 19,30 für Kinder. Macht einen Markt von midestens 40 Millionen Euro, dazu kommen noch etwa fünf Millionen, die die Ärzte von den Krankenkassen für das Verabreichen der Spritzen kassieren.

      Dazu gehört auch die finanzielle Unterstützung der Selbsthilfegruppe für Zeckenopfer. Dort nimmt man das Geld gern, weist es aber nicht aus. "Baxter finanziert Informationsmaterial, aber wir machen keine Werbung für sie und geben keine Logos oder sonst was drauf", sagt Christine Freund, Geschäftsführerin des Vereins, während sie gerade drei Tage lang mit einem Stand auf der Seniorenmesse Werbung macht. Für Vorsorge, nicht für Baxter, versteht sich.

      Das Schema "F" funktioniert.

      Freund ist auch Geschäftsführerin der Selbsthilfegruppe Meningokokken, die an der selben Adresse in Wien-Neubau sitzt und die selbe Telefonnummer wie die Zecken-Gruppe hat. Was haben eigentlich Zecken und Meningokokken miteinander zu tun? "Nichts", sagt Christine Freund. "Mir wäre lieber, sie schreiben das nicht, das verwirrt die Leute nur." Vielleicht liegt es ja daran, dass Baxter seit 2001 auch Impfstoff gegen Meningokokken vertreibt.

      Ähnlich wie die ARGE Gesundheitsvorsorge gibt es seitdem auch eine "Initiative Menigokokken". Trägerorganisationen: Selbsthilfegruppe, Ärztekammer, Apothekerkammer. Auf der Homepage prästentiert man sich als Initiative von 20 führenden Ärzten, darunter Marketingfan Dr. Sedlak. Keiner von ihnen hat seine Praxis an der im Impressum angegebenen Kontaktadresse Porzellangasse 35. Dort findet sich eine auf medizinische Themen spezialisierte PR-Agentur.

      Kopie der Zecken Kampagne?

      Wer auf der Homepage fast abgeht, ist Baxter. Nur in der Link-Sammlung wird unkommentiert zum Pharmaunternehmen verwiesen. Aber es gibt doch eine aussagekräftige Verbindung: Baxter hat die Homepage registriert und ist der Eigentümer des Domainnamens, genau so wie bei der Zeckenimpfung. Die Meningokokken-Kampagne scheint eine detailgetreue Kopie des erfolgreichen Vorbilds zu sein.

      FSME - ein Österreichischen Phänomen

      Die Zeckenimpfungskampagne ist ein rein österreichisches Phänomen, was geschichtliche Gründe hat. In den 1920er Jahren wurde im Krankenhaus Neunkirchen ein neues Krankheitsbild bei Waldarbeitern diagnostiziert. 1956 gelang es zwei österreichischen Ärzten das FSME-Virus erstmals zu isolieren und 1973 entwickelte Professor Kunz vom Institut für Virologie der Universität Wien den Impfstoff FSME-Immun.

      Drei Jahre später gründete er das Unternehmen Immuno und stellte in Orth/Donau den Impfstoff industriell her. Zunächst wurden nur Forstarbeiter geimpft, aber dieser Markt war zu klein, das Unternehmen nicht abgesichert. 1981fiel daher der Startschuß zur ersten Impfkampagne, nachdem Kunz Vertreter des Gesundheitsministeriums davon überzeugt hatte, dieses Marketing zu finanzieren. Die öffentliche Hand finanzierte diese Werbung bis in die Neunziger Jahre hinein.

      Medizinische Relevanz der Massenimpfung

      Eine Reihe parlamentarischer Anfragen der Opposition zeigte auf, dass mehrere Milliarden Schilling ausgeben wurden, ohne dass Immuno aussagekräftige Studien über die medizinsche Relevanz der Massenimpfungen nachweisen konnte. Erst Ende der Neunziger endete die öffentliche Finanzierung der Werbung und der amerikanische Pharmariese übernahm Immuno. Das Universitätsinstitut für Virologie unterstützt jedenfalls nach wie vor sowohl Baxter als auch die ARGE Gesundheitsvorsorge mit gemeinsamen Presseaussendungen, um jedes Jahr die ersten Zeckenopfer prominent in die Medien zu bringen.

      Die reale Gefahr

      Wie gefährlich sind Zecken nun aber wirklich? Um Quellen zu finden, die nicht aus dem wohlgeschlossenen Kreislauf rund um Baxter stammen, muss man in die Schweiz und nach Deutschland gehen. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Zeckenimpfung auch in "Epidemie-Gebieten" nur für Hochrisiko-Gruppen wie Forstarbeiter, auch in der Bundesrepublik sind Massenimpfungen unbekannt.

      Jeder 20.000ste Zeck

      In Baden-Würtemberg geht man davon aus, dass im Schnitt nur jede 20.000ste Zecke das Virus in sich trägt, selbst in Epidemiegebieten soll es nur eine von 1.000 sein. Auf ähnliche Werte kommen die Eidgenossen. In Österreich werden keine Durchschnittswerte, sondern statistische Ausschläge kommuniziert: Vor Jahren wurde einmal eine Wiese in Graz untersucht, da war fast jede zweite Zecke Virenträgerin. Seit dem geistert diese Wiese durch die Medien.

      Beim Bergwandern ist man sicher

      Was in der Schweiz ganz offen kommuniziert wird und sich in Österreich auf keinem Informationsblatt findet: Über 1.000 Metern Seehöhe wurden noch keine FSME-Zecken gefunden. Beim Bergwandern ist man völlig sicher. Selbst bei einem Biss einer infizierten Zecke findet in 60-70 Prozent keine Ansteckung statt.

      Ansteckungsrisiko von 0,03 Prozent

      Wenn man von einem Epidemiegebiet ausgeht, in dem jede tausendste Zecke das Virus trägt, so liegt das Ansteckungsrisiko nach einem Biss also bei sagenhaften 0,03 Prozent. Aber selbst im Fall einer Ansteckung ist die Sache für zwei Drittel der Leute nach ein paar Tagen erledigt, das körpereigene Immunsystem tötet das Virus mit Fieberschüben.

      Das andere Drittel sind jene armen Menschen, bei denen FSME das Nervensystem angereift. Ein bis zwei Prozent der Angesteckten sterben, das sind in einem Hochrisikogebiet etwa 0,0003 Prozent der gebissenen Menschen.

      Kinderimpfung

      Gerade für Kinder und Jugendliche besteht eine noch geringere Chance, ernsthaft durch FSME zu erkranken. Ihr Immunsystem ist so stark, dass das Virus im Regelfall keine Chance hat. Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit empfiehlt daher die Zeckenimpfung erst ab dem Alter von sechs Jahren, darunter sei das "nicht angezeigt, da schwere Erkrankungen in desem Alter sehr selten sind."

      Bleibende Schäden - eine Rarität

      Laut dem Paul-Ehrlich-Institut des bundesdeutschen Gesundheitsministeriums sind nach einer FSME-Erkrankung "Bleibende neurologische Schäden" eine Rarität. In Österreich hat Baxter eigene Kinderimpfstoffe am Markt, Babys können schon nach sechs Monaten geimpft werden. Kinderarzt Dr. Sedlak berichtet von einer beinahe hundertprozentigen Impfquote. "Die Eltern sind natürlich durch die Fernsehspots aufgeklärt und wollen das Beste für ihre Kinder", sagt er.