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Homo ludens und der Erfolg

Folgendes absolut sehenswertes Video habe ich auf Youtube gefunden. Es beschäftigt im Kern mit dem eigentlich Jedem bekannten Phänomen daß sich Erfolg am ehesten dann einstellt wenn man sich Problemlösungen nicht gezielt sucht - sondern "einfach findet".



Ausgehend von diesem Filmchen denke ich daß im Grunde etwas angesprochen das auch im modernen Menschen noch als entwicklungsgeschichtliches Erbe unserer Jäger- und Sammlerzeit steckt.
Jagen und Sammeln ist eine interessante Kombination aus sehr konkretem Erfahrungswissen mit einer intuitiven Komponente.
Wobei Erfahrung und Wissen eine "Erfolg-Grundsicherung" liefern, während die intuitive Komponente der "Erfolgs-Maximierung" dienen - diese aber keineswegs garantieren.

Ich habe mich oft gefragt warum auch durchaus gebildete Nationen dem kollektiven Glücksspiel nachhängen. Schließlich weis wohl ein Deutscher oder Schwede sehr wohl um die Gesetze der Stochastik - und dürfte demzufolge eigentlich nicht Lotterie spielen.
Daß sie es doch tun - hat wahrscheinlich auch mit dem "steinzeitlichen" Gedanken der Erfolgsmaximierung zu tun. Wenn der Grundbedarf gesichert ist - kann man damit beginnen auf gut Glück nach mehr zu streben.
Der Spieler ist hier also nicht Derjenige der "einer Intuition folgend" seine Zukunft ganz von einer einzigen Entscheidung oder Entscheidungsgrundlage abhängig macht. Er hat vielmehr den planbar erreichbaren Nutzen realisiert und nutzt lediglich die Chance durch Preisgabe eines kleinen Vorteils einen besonders großen Vorteil zu realisieren.

Noch spannender wird diese Überlegung freilich wenn man Märkte an Stelle des rein stochastischen Glücksspiels stellt. Wenn man also wieder zurückkehrt zum Jäger und Sammler der auch auf der spielerischen Suche nach dem zusätzlichen Glück (Erfolg) intuitiv auf vorhandenem Wissen aufbaut.

Dann kommt man nämlich in der Tat auch zu der Feststellung daß Anlageerfolg sich vor allem dann einstellt wenn zum Einen auf eine gewisse erreichte Grundsicherung vorhanden - und damit die Neugierde auf Neues nicht von einem krampfhaften "Erfolg-Haben-Müssens" (oder wollens) behindert wird.

An diesem Punkt geht es keineswegs nur um die hier sicher tangierte Erkenntnis daß "Geld Geld macht" - sondern bei genauerem Hinsehen sogar ein Motiv das wir vom angelsächsischen Protestantismus her kennen: Das "Glück des Tüchtigen" - der "von Gott" belohnt wird. Es ist freilich nicht ein Gott. Es ist das steinzeitliche Grundverhalten des Sammlers und Jägers, das belohnt wird. Die Kombination aus der Anhäufung von konkretem Wissen und Erfahrung in Verbindung mit der Bereitschaft auch neue Wege zu beschreiten.

Und weil wir gerade beim "Glück des Tüchtigen" sind - wollen wir auch kurz "das Glück des Dummen" ins Visier nehmen. Hier haben wir es wohl damit zu tun daß Gesellschaften stets dazu neigen vom Mainstream abweichendes Verhalten als lächerlich oder eben "dumm" zu betrachten. Auch in diesem Fall wird im Erfolgsfall ja nur die Strategie des Sammlers und Jägers beschrieben - der jenseits des Common Sense einen neuen Weg mit Erfolg beschritten hat.

Man könnte nun also die Sache vereinfachen und Gott wie auch Glück und Dummheit aus den Überlegungen herauslassen. Was dann übrig bleibt ist das Erfolgsrezept des steinzeitlichen Sammlers und Jägers, welches bis in die Gegenwart als Erfolgsstrategie Bestand hat.
Ein Erfolgsrezept welches wohl auch ursächlich für die stetige Weiterentwicklung unseres Denkorgans sein dürfte. Man könnte somit vielleicht sogar folgende These wagen: Falls die Menschheit einmal auf einem fernen Planeten auf intelligentes Leben stoßen sollten - sollten wir davon ausgehen es mit einem Allesfresser zu tun zu haben. Einem Sammler und Jäger.