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Kommt ein Gold-Euro ?

Ein Blick auf die nachfolgende Statistik birgt einen interessanten Aspekt, wenn man den Blick auf die Gruppe der heutigen Euro-Länder in Vebindung mit dem Goldbestand pro Kopf richtet. Die meisten Euro-Länder weisen einen Pro-Kopf-Goldbestand auf einem sehr ähnlichen Niveau auf.
Damit stellt sich die Frage ob eine Rückkehr zu einem Goldstandard mit Blick auf eine Zukunft eines neuen Euros sich nicht als Option anbietet. Freilich erscheint eine Prokopfmenge in der Größendordnung einer Feinunze auf den ersten blick mit einem heutigen Gegenwert von rund 800€ zu klein. Auf der anderen Seite dürfte sich diese Menge mit jener Goldmenge welche von privaten und institutionellen Anlegern gehalten wird in nicht unerheblichem Umfang erhöhen.
Der Einwand daß sich moderne Handelvolumina nicht mit einer derart geringen Menge Zahlungsmittel abbilden ließen ist in zweifacher Hinsicht falsch.
Zum einen läßt sich die Goldmenge in quasi beliebigem Umfang rechnerisch teilen. Gegen diesen Aspekt führen die Gegner eines Goldstandards gerne das Argument ins Feld daß dies die bereits genannten privaten und institutionellen Anleger in ungerechtfertigter Weise bevorzugen würde.
Doch dieses Argument ist im Kern falsch, da es von einem statischen Gegenüberstehen von Edelmetall und Warenmenge ausgeht. Geld an und für sich nicht statisch. Es trägt vielmehr Charakterzüge eines Katalysators der eine bestimmte chemische Reaktion quasi beliebig oft begleiten kann ohne sich selbst zu verbrauchen. Mit Geld verhält es sich in einer modernen Gesellschaft unter der Voraussetzung eines schnellen Informationsflusses ähnlich. Geld fungiert als der Katalysator des Handels und kann ensprechend der Geschswindigkeit des Informationsflusses eine fast beliebig hohe Anzahl an Zahlungsvorgängen abwickeln.
Hieraus ergibt sich in letzter Konsequenz daß die gesamte Goldmenge nicht die Menge der verfügbaren Waren und Dienstleistungen abbildet - sondern lediglich den winzigen Bruchteil der im konkreten Augenblick gehandelten Waren und Dienstleistungen.










      Nachtrag: (07.12.2013)
      Gegen einen Goldeuro oder eine andere goldgedeckte Währung spricht neben der aktuellen Verteilung der Goldreserven vor allem der simple Umstand daß selbst hochgradig verschuldete Staaten nicht gezwungen werden können ihre Goldreserven für den Schuldendienst zu liquidieren. Staaten mit einem überdeutlichen Handelsbilanzüberschuß wie z.B. China haben also nur die Möglichkeit sich mit Goldreserven auf dem sehr engen Spotmarkt einzudecken. Sie würden, entsprechende Nachfrage vorausgesetzt, dort zu einer enormen Preissteigerung beitragen welche jedoch primär Jene begünstigt welche auf Goldreserven sitzen und sich an diesen ungeachtet ihrer tatsächlichen Finazlage festhalten können.

      Somit verpufft an dieser Stelle der augenscheinliche Vorteil "ewiges Edelmetall" an Stelle "bunter Greenbacks" zu horten. Denn beide Alternativen bergen tatsächlich das Selbe Risiko erwirtschaftete Kaufkraft zu vernichten. Sehr teueres Edelmetall das nur deshalb teuer ist weil man selbst mit seiner Nachfrage den Preis hochgetrieben hat bietet hier eben keinerlei Sicherheit. Denn bereits in dem Moment wo die eigene Nachfrage ausbleibt würde der Kurs alsbald wieder auf sein Ausgangsniveau zurückfallen - womit faktisch der relativ zu viel bezahlte Marktpreis buchstäblich verlorenes Geld wäre. Verlorenes Geld mit dem im Gegensatz zu "Papiergeld" nicht einmal ein politisches Faustpfand verbunden ist. Ganz im Gegenteil: Mit Blick auf die regionale Verteilung der verfügbaren Reserven einschließlich jener privater Anleger ergäbe sich sogar das Bild daß der Goldaufkäufer gewissermaßen seine Kaufkraft in jene Regionen zurücktranferiert hätte welche ursprünglich durch eine negative Handelbilanz Schulden aufgehäuft haben. Ein Land wie China würde nachdem also auf einem Goldberg sitzen den es Niemandem als Geldleistung "aufzwingen" kann - einen Goldberg der weil in keinem Land "legal Tender" auch keinem Land im Austausch gegen Güter "aufs Auge gedrückt" werden kann. Die Goldreserven wären letztendlich immer nur so viel wert wie der Spotmarkt gerade bereit ist zu bezahlen. Und wenn auf diesem Spotmarkt die Käufer fehlen - dann bewegt sich dieser Preis auch nur auf dem entsprechend geringem Förderkostenniveau profitabler Minenbetreiber.

      Dieser Umstand wird in der Praxis auch darin deutlich daß größere Mengen Goldes praktisch gar nicht über den Spotmarkt abgewickelt werden weil allen Beteiligtn klar ist daß hier buchstäblich jedes größere Angebot oder jede größere Nachfrage ebenso aberwitzige wie kurzfristige Preiskapriolen zur Folge hätte. Der Goldhandel en gros ist somit dazu verdammt eine "Insiderkiste" von Nationalbanken zu sein.

      Letzteres wirft natürlich auch ein bezeichnendes Licht auf die Vorstellungen vieler "Goldbugs". Denn das gros ihrer "Argumente" verpufft just in diesem Zusammenhangsgeflecht. Gold ist nämlich letztendlich nicht nur genauso risikobehaftet wie Papiergeld - sondern weil kein Legal Tender noch mehr risikobehaftet. Denn die Entwicklung des Goldpreises kann sämtlichen staatlichen Beteiligten im Grunde gleichgültig sein. Beim Papiergeld liegt die Sache indes anders: Allen Ländern ist gerade mit Blick auf vergangene Hyperinflationen sehr bewußt daß ein unkontrolliertes Spiel mit der Geldwertstabiligät mit Blick auf die eigene Macht mit erheblichen politischen Risiken verbunden ist.
      Der Diebstahl per Inflation an den jeweiligen Besitzer der zirkulierenden Geldmenge kann also immer nur in überschaubarem Umfang erfolgen.

      Und gerade in diesem Zusammenhang muß man ja auch erkennen daß sogar gerade die großen europäischen Inflationsereignisse überhaupt nur denkbar waren weil hier meist Geld vernichtet wurde das die meisten Menschen mit Gold gleichsetzten. Mit einem Geld das im Grunde kein großes Vertrauen genießt läßt sich eben auch kein entsprechend blindes "Ur-Vertrauen" zum Nachteil des Sparers ausnutzen.

      Die Stärke des Papiergeldsystems ist somit sogar seine vermeintliche Schwäche. Denn gerade in Anbetracht eines begrenzten Vertrauens in den im Extremfall bei Null liegenden inneren Wert setzt beim Sparer ein Verhalten ein welches automatisch dazu führt daß der Wert dieses Geldes gestützt wird. Selbst "zittrige Goldanleger" pumpen schließlich ihre "Papiergeldkaufkraft" munter in die Taschen Anderer und damit letztendlich in den Konsum. Damit tragen sie auch wie Käufer von Konsum- und Investitionsgütern aktiv zum Erhalt der Geldwertstabilität des Geldes bei dessen Untergang sie befürchten. Besoners witzig ist in diesem Zusammenhang daß ein späteres "Entsparen" von Goldanlagen auch noch mit einer Realisierung eines Kursverlust einher geht. Damit werden dann sogar jene Konsumenten oder Investoren "belohnt" die unter beängstigenderen Umständen dem Papiergeld die Treue gehalten haben.