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Einige Wochen vor unserer diesjährigen Ankunft in Schweden war bei der routinemäßigen Durchsicht der Immobilienangebote auf hemnet.se folgende Anzeige zu einem Haus im nächstgelegenen Ort aufgefallen:
Da der erste Besichtigungstermin vor unserer geplanten Abreise lag - und wir mit Blick auf den geringen Kaufpreis an eine veritable Ruine dachten - vereinbarten wir erst nach unserer Ankunft und einer kurzen äußeren Inaugenscheinnahme der Immobilie einen Termin mit dem Makler.
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Zu diesem Termin war noch ein weiterer Interessent erschienen. Das Betreten des Hauses glich eher eine Zeitreise denn einer Besichtigung. Dieses Haus befand sich nicht nur in einem unerwartet guten Allgemeinzustand - hier hatte sich obendrein seit mehr als einem Menschenleben praktisch Nichts verändert. Der niedrige Kaufpreis rührte also lediglich vom Fehlen just jener modernen Annehmlichkeiten her, auf die wir ohnedies keinen Wert legen.
Es war "Liebe auf den ersten Blick" und damit auch nicht ganz einfach während des folgenden Gebotsverfahren die Beherrschung zu wahren. Ob es das Gebot in Höhe des geforderten Kaufpreises seitens eines niederländischen Spekulanten tatsächlich gab - oder ob es sich nur um eine Finte des Maklers handelte - war wie immer in solchen Fällen nicht zu sagen. Fest stand ledigich daß wir dem Anwesen wegen seiner Grunstrücksgröße und Lage einen deutlich höheren Wert beimaßen. Um mein Gebot in den Augen vielleicht vorhandener Mitinteressenten als eine möglichst unglaubwürdige Behauptung des Maklers erscheinen zu lassen entschieden wir uns das Ausgangsbebot untypisch deutlich zu erhöhen. Zu unserer eigenen Überraschung erhielten wir schon bei einem weiteren Besichtigungstermin den Zuschlag für den Kauf in die Hand versprochen. Wieder so ein Augenblick an dem es wirklich schwer war die Containance zu wahren.
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Die vergleichsweise lange Zeit bis zur Vertragsunterzeichnung strapazierte die Nerven etwas. Versuchte der Makler vielleicht noch weitere Interessenten zu werben? Was wenn er Jemanden findet der das Anwesen in gleicher Weise wie wir wertzuschätzen weis? Am Tag der Vertragsunterzeichnung fiel mit Bezahlung des Kaufpreises eine große Last von uns ab. Schließlich war der Eintrag in das Grundbuch nun nur mehr eine reine Formalität.
Bei dem Vorbesitzer "Bror Äng" handelte es sich um ein "Original" aus Nås, der mir aus Klackbodarna vom Vorbeiradeln her bekannt war. Wann immer wir uns trafen wechselte ich ein paar nette Worte mit dem freundlichen, hilfsbereiten und überaus humorvollen und stets gutgelaunten Sonderling. Die Erinnerung an ihn ist ein weiterer Grund dafür sich mit dem Kauf der Immobilie einfach gut zu fühlen.
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Links: Haus mit Familie um 1890 - Rechts: Haus mit Familie 2011
Bror Äng selbst scheint in dem Haus indes nie gewohnt zu haben. Angeblich hatte er es erworben weil das Haus einer von ihm angebeteten Frau gut gefallen hatte. Die letzten Bewohner waren Beda Larsson (1889-1982)und ihr Bruder Georg Larsson (1892-1950), der in der verfallenen (und inzwischen von uns abgerissenen) Werkstatt eine Manufaktur für Axtstiele betrieben hatte.
Errichtet wurde das Haus im Jahre 1868 von deren Eltern Jon-Erik Larsson (1851-1937) und dessen Frau Maria Sofia Zetterqvist (1849-1941). Im Haus hatten ferner die weiteren Geschwister Wilhelmina (1878-1975), Albertina (1880-1952), Hilda (1884-1976) sowie Augusta (1887-1892) gelebt.
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