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Hamsterkäufe

Aktien und Gold beginnen wieder im Gleichtakt nordwärts zu marschieren. China setzt dazu an seinen Bestand an US-Bonds etwas zu reduzieren. Auf der Flucht aus dem Bargeld werden die Preise für alle möglichen Anlagen, die nicht Geld sind, hochgezogen. Das Pikante daran ist nur daß allen Beteiligten durchaus bewußt ist, daß die aktuellen Preise wohl weder jetzt noch später den realen oder inneren Wert der gewählten Anlagen widerspiegeln.
Wir haben auf den Anlagemärkten also bereits inflationsgetriebene Hamsterkäufe. Gekauft wird praktisch Alles was gerade relativ zu den anderen angebotenen Anlagen preisgünstig erscheint.
Das amüsante ist daß jedoch die eigentliche Inflation erst dann statt findet, wenn auch der Konsumsektor dieses Verhaltensmuster übernimmt. Wenn also die Leute damit beginnen über ihren abzusehenden Bedarf hinaus Anschaffungen zu tätigen.

In diesem Verhalten könnte zumindest in Ländern mit einer höheren Sparquote als Nebeneffekt eine augenscheinlich anziehende Konjunktur zu beobachten sein. Ein Effekt der - da aus Sparvermögen gespeist natürlich nur begränzt sein kann. Dieser Effekt könnte sich indes in Ländern mit niedriger Sparquote auch umgekehrt bemerkbar machen: Hier würden die Neigung Anschaffungen auf Kredit zu tätigen wohl angesichts anziehender Preise eher abnehmen.

Insgesamt also keine angenehme Lage für Menschen die - in welcher Form auch immer - in Sachen investiert sind die sie nicht konkret benötigen oder nutzen. Denn einen sicheren Hafen, den gibt es langfristig betrachtet nicht. Alle Notierungen die in nächster Zeit steigen - werden spätestens bei einem sich konkret abzeichnenden Ende der Krise regelrecht abstürzen. Und letzteres wohl sogar auf vergleichbar lange Zeit hinaus. Das Dumme ist nur daß es angesichts der Geldflut keine Alternative gibt.