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Adjektivitis der Journaille

Schlechter, tendentiöser Journalismus zeichnet sich meist durch die Verwendung von Adjektiven an Stellen aus, an denen diese im Grunde vollkommen unnötig sind. Ein aktuelles Beispiel sind gefährliche Schußwaffen im Zusammenhang mit dem Amoklauf von Winnenden.
Eigentlich sollte ja bereits das Wortteil Waffe hinreichend sein um deutlich zu machen daß es sich um einen Gegenstand handelt mit dem man Andere schädigen kann. Wie relativ selbst der Begriff Waffe ist, wird nicht zuletzt deutlich, wenn man sich vor Augen hält daß auch viele Gegenstände des Alltags alleine durch einen offensiven oder defensiven Gebrauch zu Waffen werden können.
Eine solche Waffe ist auch das Wort. Sprache wird immer dann zur Waffe wenn sie in manipulativer Absicht gebraucht wird. Und damit wären wir wieder bei der gefährlichen Waffe oder auch beim Rechtspopulisten Jörg Haider oder gierigen Managern. Diese Sprachgewalt erinnert mich doch stark an das III.Reich in dem auch Gegenern vorzugsweise negativ besetzte Adjektive vorangesetzt wurden.
Gerade dieser Vergleich sollte einer anspruchsvollen Journaille eigentlich Warnung und Mahnung genug sein von dieser Art von Stimmungsmache Abstand zu nehmen.
Eine Gesellschaft die sich für mündig und frei hält sollte in der Lage sein sachlich zu argumentieren.