WildBlog.euSonntag, 17.Februar 2013
WildBlog
» Wernstein
» Lindesnäs





Kontakt
» Kati Wild
» Peter Wild
» Pontus Wild
» Malin Wild


» Impressum

Bekanntgabe des weiteren politischen Kurses

Die G20-Staaten haben bei ihrem Treffen in Moskau also den Währungskrieg im Sinne eines Abwertungswettlaufs abgewendet. Dies war so zu erwarten gewesen nachdem die zurückliegenden zwei Jahre davon geprägt waren daß Euroland, die USA und Japan in schöner Regelmäßigkeit durch Tun, Unterlassen und schlichtes Schlechtreden in regelmäßigen Abständen ihre eigene Währung unter Abwertungsdruck setzen. Da auch die Schwellen- und Entwicklungsländer, allen voran China und Brasilien hier nicht außen vor blieben, wurde diese Form der Vorteilsaneignung zunehmend zur Farce.

Moskau signalisiert hier einerseits eine ebenso pragmatische wie logische Wende. Auf der anderen Seite wird aus Moskau einerseits die Bedeutung der Konjunkturbelebung betont - und andererseits das fiskalische Sparen zu einer Zukunftsaufgabe definiert.
Das spannende an diesem oberflächlich betrachteten Widerspruch liegt darin daß es sich um keinen Widerspruch handelt. Eine Absage an einen Währungskrieg heißt ja lediglich daß man darauf verzichtet Abwertung als Waffe gegeneinander einzusetzen. Es ist ja gerade nicht die Rede davon daß man zu einer Politik der Geldwertstabilität oder Geldmengenbegrenzung zurückkehren will. Moskau ist also ein Nichtangriffspakt der sich strategisch allgemein gegen Ersparnisse richtet.

Und eben in diesem Detail liegt der entscheidende Unterschied der aktuellen Entwicklung im Vergleich mit der letzten größeren Krise Ende der 1970iger- Anfang der 1980iger. Damals führten in erster Linie zwei Faktoren zur Wiederherstellung des Vertrauens: Bekenntnis zur Sparsamkeit - Weitere Öffnung der Märkte - Hochzinspolitik.

Heute entfallen Sparsamkeit und Hochzinspolitik. Aber wie wir uns ja wohl noch erinnern können hat Präsident Obama in seinem ersten Zustandsbericht der Nation eine transatlantische Freihandelszone angeregt.
Diese wird also kommen und über die Entfesselung bislang gelähmter Potenziale zusätzliches Wachstum schaffen. Wachstum mit dem auch steigende Erträge verbunden sind an welchen sich die Staaten auch über Steuern "beteiligen".
Da zugleich die Belastung der Staatshaushalte durch Zinsen gering gehalten wird - ist also tatsächlich eine Balancierung der Haushalte und wohl auch zumindest zeitweise ein Schuledenabbau druchaus realistisch.

Gefährdet wird diese Rettung auf lange Sicht lediglich durch die Politik selbst. Denn angesichts steigender Steuereinnahmen und sinkender Verschuldung werden sich alsbald auch wieder die Begehrlichkeiten zu Wort melden und darauf verweisen daß man ja angesichts gesunder Staatsfinanzen durchaus mal wieder in Krisenzeiten Arbeitsplätze erhalten oder andere nationale Interessen verfolgen kann.

Das wiederum heißt: Der "große Knall" ist verschoben. Und zwar auf den Zeitpunkt an dem sich das Nächste Mal die Schuldenberge das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Staaten erdrücken. Allerdings bleibt zu diesem späteren Zeitpunkt nur noch ein einziges Mittel übrig mit dessen Hilfe die Staaten der Wirtschaft zu neuer Dynamik verhelfen könnten: Bürokratieabbau und Steuersenkungen. Also mithin eine kleinere "Selbstabschaffung" der Staaten an und für sich. Auch das ist denkbar - wenn man unterstellt daß die Gesellschaft in den kommenden 20-30 Jahren in Richtung der Bereitschaft zu Eigenverantwortung und einer Abkehr von Kollektivismen weiterentwickelt. Nach heutigem Stand müßte man jedoch sagen daß dies so nicht realistisch wäre. Aus heutiger Sicht wäre also die Nächste Schuldenkrise der finale Knall - die ultimative Blasenbildung im Sinne einer globalen Hyperinflation.

Somit komme ich zum Schluß und der spannenden Frage: Was kann der Anleger machen?
Die wirtschafts-zyklisch klassische Antwort wäre eigentlich "Leute verkauft Eure Aktien (Das Gold sollte man ja ohnedies schon längst verkauft haben...) und setzt auf Anleihen und Festgeld.
Aber mit Blick auf die politische Absage an eine Hochzinsphase können wir diesen Gedanken wohl vergessen.

Aus wirtschafts-zyklischer Sicht überspringen wir also einen Schritt und gelangen unmittelbar in die Phase eines neuen Wachstums unter dem Vorzeichen negativer Realverzinsung in Verbinung mit eher deflationären Tendenzen. Als Anleger sind wir also weiterhin gut mit Aktien beraten. Zwar werden wir bei der Entwicklung der Notierungen eher eine Stagnation denn fulminante Gewinne sehen - Aber Dividendentitel werden weiterhin mehr einbringen als "das Sparbuch" - und mittelfristig wird auch der zunehmende Warenaustausch wieder mehr Gewinne in die Unternehmen spülen und über KGV und Dividenden auch die preisliche Wertschätzung der Unternehmen steigern.




    Cash-Short-Squeeze voraus? geschrieben am 12.5.2013
      Ein Gespenst geht um - oder ist es ein Zombie - Sein Name: US-Dollar - Euro und Yen seine kleinen Freunde. Untote wie aus dem Horrormovie auf dessen Lebenserwartung wohl Niemand setzen möchte. Aber doch sind sie noch da und bewegen sich und können allerlei anstellen.
      Ihre Macht besteht darin daß sie dank ihrer staatlichen Macht als Legal Tender alle Schuldner fest in ihrer Gewalt haben. Sie haben also eine unberechnenbare willkürliche Macht über die Märkte. Sie bestimmen selbst wieivel sie selbst wert sind - welche Kaufkraft sie besitzen - und nicht etwa ein freier Markt der ihr Treiben durch Vertrauensentzug beenden könnte wie ein Vampierjäger der dem Untoten einen Eichenpflock durch die Brust treibt.

      In den letzten Jahren sahen wir viele Blasen - Gold - Aktien - Sogar Immobilien haussieren wieder. Getrieben vom "billigen Geld" - aber letztendlich finanziert von "hart verdientem Geld". Man könnte vielleicht folgende These aufstellen: Das Damoklesschwert des "billigen Gelds" hat das "hart verdiente Geld" vor sich her in den Konsum aber auch Assets getrieben. In Anbetracht der Tatsache daß der Preis des billigen Geldes nicht vom Markt ermittelt sondern von der Politik verordnet wurde dürften sich kaum Anleger dazu haben hinreissen lassen auf Kredit zu spekulieren.

      Aber zurück zu den Untoten deren Überleben alleine davon abhängt daß die Kaufkraft von Greenback, Euro und Yen nicht von einer vielleicht außer Kontrolle geratenden Inflation weggefegt wird. Was die drei Untoten benötigen ist eine Geldvernichtung die selektiv jenes Geld dahinrafft welches in der Lage ist auf Anlage- und Konsummärkten Inflation zu treiben. Also Geld das wenn es "einfach verschwindet" keine notleidenden Kredite als eine Spur der Verwüstung hinterläßt.

      Dieses Geld kann nur vernichtet werden wenn die Assets zu Geldvernichtungsmaschinen werden. Zu erreichen ist dies mit einem Crash. Alles was Politik und Zentralbanken als Mittel hierfür benötigen steht ihnen zur Verfügung. Alleine sie haben es in der Hand ob die freie Geldmenge zunimmt, stagniert oder sogar schrumpft. Stagniert oder schrumpft die Geldmenge (z.B. in Folge der Rückzahlung von gewährten Nothilfen an marrode Banken) werden die Anleger aus den Assets fliehen und deren Kurse/Preise einbrechen lassen.

      Ich denke daß wir genau vor dieser Situation stehen - aber wie damit umgehen? Einfach an die Seitenlinie in Geld wechseln birgt nicht gerade geringe Risiken. Eine gewagte Antwort wäre m.E. das Aktiendepot und eventuelle Edelmetallbestände mit entsprechenden Short-Positionen abzusichern. Auf diese Weise hätte man selbst mit vergleichsweise überraschungsarmen ETFs die Möglichkeit mit deutlich über 50% in sicheren Sachwerten zu bleiben. Im Falle eines Zusammenbruchs des Geld- und Bankensystems hätte man also über die Hälfte seines Vermögens grundsätzlich gerettet. In allen anderen möglichen Fällen hätte man ein Nullsummenspiel. Gewinne und Verluste auf der einen oder anderen Seite könnten sogar bei Bedarf steuerlich neutralisierend gegeneinander realisiert werden.
      Ich muß sagen daß mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt diese Möglichichkeit gefällt. Nichts hasse ich so sehr wie Märkte die sich nach gutdünkten der Politik bewegen. Solche Märkte sind unvorhersagbare Willkürmärkte - Casino-Kapitalismus.
      Ein weiteres Argument für diese Herangehensweise liegt auch darin daß man vergleichsweise einfach und fein dosiert gewichten kann. Wann immer man ein besseres Gefühl in Assets hat - hält man die Short-Seite entsprechend knapper und umgekehrt. So sollte das "Nullsummenspiel" immer noch eine deutlich schwarze Null mit einem Pluszeichen hervorbringen.