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Beim Gold regiert der Ausverkauf

Die Ausverkaufsstimmung beim Gold hält an. Besonders auffällig ist derzeit daß zwischenzeitlich quasi ausverkaufte Umlaufmünzen wieder zu relativ vernünftigen Preisen erhältlich sind. Wer z.b. auf Münzen der Lateinischen Münzunion, Sovereigns oder Golddollars setzt wird derzeit wieder mit geringen Aufschlägen auf den reinen Goldwert fündig. Ein Aspekt der mit dem weiteren Goldpreisverfall jedoch wieder zurückgehen dürfte, da frustrierte Anleger sich auch nicht zu jedem Preis von ihren vielfach zu teuer erstandenen Münzen trennen wollen.
So gesehen haben wir da ein pragmatischen Kaufsignal, wobei aber auch einer wahrscheinlichen anhaltend negativen Goldpreisentwicklung Rechnung zu tragen ist.
Aber zum Glück gibt es ja auch gehebelte Gold-Short ETF. Mit diesen Finanzprodukten lassen sich bestehende oder geplante Anlagen in Edelmetallen vergleichsweise einfach, billig und risikolos absichern.
Besonders interessant an besagten ETFs ist daß diese die Kursenwicklung in %-Auf bzw. Abschlägen zum aktuellen Kurswert des jeweiligen Papiers verpreisen. Das heißt für den Anleger: Im Bärenmarkt steigt der Buchwert der eigenen Gegen-Anlage sogar schneller als der zeitglich mit der physischer Anlage "realisierte" Verlust. Auf diese Weise löst sich sogar die Problematik mit der auf die ETF-Gewinnen zu entrichtende Kapitalertragssteuer quasi von selbst.
Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt der ETF-Gegenanlage besteht darin daß sich ihr Anteil im Portfolio auch mühelos entsprechend erwarteter kurzfristiger Marktbewegungen gewichten läßt.




    Was m.E. für Umlaufmünzen spricht geschrieben am 22.12.2013
      Der Handel will auch bei physischen Edelmetallen aus verständlichen organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Gründen vorzugsweise Neuware absetzen. Neuware bedarf keines aufwendigen Handlings. Das Ergebnis ist daß der Privatinvestor meist über direkt oder indirekt datierte bzw. datierbare Anlagestücke verfügt. Letzteres ist m.E. jedoch nicht ganz unproblematisch. Denn zum Einen outet sich der Anleger damit ganz klar als Anleger im Sinne eines Bullon-Käufers. Und zum Anderen liefert die Datierung im Sinne eines Indiz auch Informationen welche bestimmte Erklärungsversuche auf welchem Wege eine Anlagemünze in den eigenen Besitz gelangt war ausschließt. Ein Barren oder eine Münze von 2013 kann z.B. nicht aus dem Besitz einer Uroma stammen die das gute Einzelstück in einer alten Schachtel gelagert hatte die man lange nach ihrem Tod zufällig beim Aufräumen des Speichers zufällig gefunden hat.

      Die Möglichkeit auf derartige Geschichten zurückgreifen zu können erscheint mir jedoch gerade mit Blick auf mögliche staatliche Zwangsmaßnahmen (Stichwort: Goldverbot) überaus wichtig. Auch die glaubhafte Darstellung es handle sich bei Goldmünzen nichtum Anlagemünzen sondern eine Münzsammlung könnte unter besonderen Umständen einen erheblichen Unterschied machen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur einmal an das in Österreich bis in die 1980iger Jahre gültige Verbot des Besitzes von Gold in Barren. Sogar mit Blick auf das Goldverbot in den USA von 1933 wird deutlich daß dieses primär auf Anlagegold abstellte und ganz bewußt Ausnahmetatbestände für Sammlungen, Schmuck, Zahngold und kleineren Privatbesitz vorsah - wohl auch um als realistisches Verbot überhaupt politisch durchsetzbar zu sein.
      Unter Berücksichtigung potenzieller staatlicher Willkür erscheint es mir also sehr wahrscheinlich daß Staaten in einem währungspolitischen Ernstfall primär auf gängiges Anlagegold abstellen würde. Schon weil diese Form von Edelmetallen innerhalb der Gesellschaft nicht breit gestreut ist und somit der allgemeine Widerstand gegen etwaige Zwangsmaßnahmen entsprechend überschaubar bliebe.

      Der praktische Vorteil von Umlaufmünzen liegt in diesem Fall zum Einen in der realistischen Möglichkeit nicht unter etwaige Verbote zu fallen. Aber selbst wenn Letzteres nicht der Fall sein sollte - kommt noch als Vorteil zu tragen daß sich der Besitzer von einer - oder einzelnen Münzen noch lange nicht final als ein edelmetallaffiner Anleger geoutet hat bei dem Grund zu der Annehme besteht mit entsprechendem investigativem Aufwand entsprechend noch viel mehr finden zu können. Dieser Aspekt erscheint mir besonders deshalb entscheidend da kommende Krisen aller Wahrscheinlichkeit noch schwerer zu handeln sein werden als die vergangene Krise und damit die Wahrscheinlichkeit eines unkontrollierbaren Exits eher zunimmt. (Hier sollte man auch nicht übersehen daß wir bereits heute ein echtes Problem hätten wenn seinerzeit die Bankenrettungen im Zuge der Lehmans-Pleite nicht rechtzeitig erfolgt wären!)

      Auch von der goldzyklischen Großwetterlage her betrachtet spricht m.E. mehr für Umlaufmünzen. Denn die Edelmetalle die man heute hortet wird man vergleichsweise lange halten da ein zwischenzeitiger Verkauf keinen nenenswerten Erlös brächte. Trotzdem sind selbst in dieser Zeit sind Umlaufmünzen erfahrungsgemäß preisstabiler, da sie irgendwo auf dem Absturz des Edelmetallpreises von einem gewissen Sammlerwert aufgefangen werden. In dieser Beziehung zeigt sich bei näherer Betrachtung sogar daß der Sammelaufschlag sogar nominal in der Hochpreisphase am geringsten war - während bereits jetzt schon etwas selternere Stücke nicht weiter mit der Goldnotierung abstürzen.
      Die ideale Anlagestrategie wäre hier sogar Umlaufmünzen im Hype nahe dem Goldpreis zu kaufen und sich in Erwartung eines Goldpreisverfalls einfach entsprechend short abzusichern. Letzteres bedeutet in der Praxis daß man letztendlich in der Baisse Münzen besitzt für die man in der Baisse einen erheblichen nominalen Sammleraufschlag zu berappen hätte.
      Unter dem Strich also eine sichere Anlage die sich auch dann noch verlustfrei liquidieren läßt wenn man in die Lage käme in einer ausgesprochenen Niedrigpreisphase liquidieren zu wollen bzw. müssen.